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Brandreinigung ist mehr als Rußentfernung

Rauch1Nachdem sich bei jedem Brandschaden auch aggressive und toxische Rußbestandteile niederschlagen, ist neben einer entsprechenden „Gründlichkeit“ bei der Neutralisation und Reinigung auch der Zeitfaktor ein wesentlicher Parameter. So können korrosive Bestandteile (Salzsäuretau) metallische Oberflächen in kürzester Zeit unbrauchbar machen. Eine gute Logistik mit der richtigen Arbeitstechnik ist dazu Grundvoraussetzung. 

Je nach Höhe der Beaufschlagungen, der bereits erfolgten Einwirkungsdauer unter Bedacht auf die Struktur der vorhandenen Oberflächen sowie aufgrund der Umgebungsbedingungen stehen zur Auswahl:
 
Trockenes Absaugen: Absaugung der Rußbeaufschlagungen mittels Industriesauger
Sandstrahlung: von durch Hitzeeinwirkung beeinträchtigten Betonoberflächen
Kalkbreiverfahren (wird sehr selten angewendet): Zur Umkehr des Ionenflusses (damit die sauren Brandgas-Ionen nicht in Richtung Bewehrung wandern) wird alkalischer Kalkbrei auf die Stahlbetonoberflächen aufgebracht und nach dem Abtrocknen wieder entfernt.
Luftdichter Verschluss des Betons mit dauerelastischer Beschichtung (wird sehr selten angewendet): Im Beton können die Moleküle nur durch atmosphärische Änderung in Verbindung mit Feuchtigkeit einwandern, was die Beschichtung jedoch verhindert.
Heißwasser-Hochdruckreinigung mit Chemiebeigabe (häufigste Anwendung  Standardverfahren): Die Beaufschlagungen werden aus- bzw. abgewaschen. Durch die Beigabe (oder Vorspritzen) von alkalischen Reinigungsmittel werden die Oberflächen zusätzlich neutralisiert.
Handwischverfahren (häufige Anwendung): Händisches Abwaschen und Wischen mit Schwämmen, Scheuer-Vliesen und Putzlappen. Im häufig zu wechselnden Waschwasser sind die geeigneten Neutralisations-Chemikalien beigemischt.
Waschsaugverfahren im geschlossenen Kreislauf: Abwaschen und Neutralisieren der Brandverunreinigungen im Sprühextraktionsverfahren mit Arbeitsdrücken bis 60 bar (geschlossener Kreislauf).
Trockeneisstrahlverfahren: An Betonmauern und Fassaden können Verschmutzungen (einschließlich Graffiti) und Beaufschlagungen durch das Eisstrahlen schnell und einfach beseitigt werden. Da sich das „Trockeneis“ unmittelbar nach Verwendung verflüchtigt, sind auch keine aufwendigen Schutz- und Abdeckarbeiten wie z.B. beim Sandstrahlen erforderlich. Auch die aufwendige Beseitigung des Strahlgutes entfällt.
Kugelstrahlverfahren: Dieses Verfahren kann nur auf annähernd ebenen Oberflächen angewendet werden. Dabei werden Stahlkugeln auf die Betonoberfläche geschossen. Diese Stahlkugeln werden mit dem zweiten Gerätemodul magnetisch wieder aufgesammelt und wieder verwendet.
Einsatz einer Reinigungskrake im geschlossenen oder offenen System. Die Arbeitsweise entspricht dem Waschsaugverfahren, jedoch mit Drücken bis 150 bar.
Geruchsneutralisation mittels Ozongeneratoren: Durch die Ozonisierung werden die in Brandrückständen enthaltenen Fäulnisbakterien aufgespalten und wirkungslos gemacht. Achtung: Ozon kann Korrosion verursachen!
Lüftungskanalsanierung mit Robotern: Kleine Fahrzeuge mit angebauten Kehr- und Saugvorrichtungen werden durch die Lüftungskanäle gesteuert.
 
(auch kombinierte Anwendungen sind möglich bzw. oft notwendig)

 
Grundsätzlich ist bei jeder Art der Sanierung darauf zu achten, dass mit der gebotenen Umsicht gehandelt wird, und dass keine weiteren Bereiche wie Anlagen oder gar Personen geschädigt werden (z.B. ist bei der Reinigung im Hochdruckverfahren auf die Eignung des Bodenaufbaues und auf die darunter liegenden Räumlichkeiten zu achten).